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Maya


Die Maya sind eine indianische Stammes- und Sprachgruppe aus zwanzig Indianervölkern und –stämmen.

Heute leben noch etwa zwei Mio. Nachfahren in Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras. Sie bilden weder eine kulturelle noch eine politische Einheit.

Sie bestehen aus den Maya im engeren Sinne (Yukatekische Maya, Lacandones), den Kekchi, Pokomam und Pokonchi, den Quiché und Kakchiquel, den Mam, den Tzeltal (Tzotzil), den Chol und Chorti, sowie den bereits in vorgeschichtlicher Zeit von der geschlossen siedelnden Hauptgruppe abgespaltenen Huaxteken; unterschieden in Tiefland- und Hochland-Maya; heute weitestgehend Bauern, die ohne Kenntnis ihrer einstigen hohen Kultur leben.

 

 

Geschichte

Die weit gehend nur archäologisch fassbare vorkolumbianische Geschichte der Maya gliedert sich in drei große Abschnitte:

 

vorklassische Periode (ca. 500 v. Chr. bis etwa um Christi Geburt)

In der vorklassischen oder formativen Periode  bildete sich auf der Grundlage einfacher Feldbaukulturen die Frühform der Maya-Kultur. Der Boden wurde ohne Pflug bestellt, wobei Mais die wichtigste Anbaupflanze darstellte.

Schon in dieser Periode herrschte ein reger Handel. Die Handelsstrecken dehnten sich auf bis zu 1200 km (Luftlinie) aus. Außerdem entstanden die ersten Stufenpyramiden und die Hieroglyphenschrift wurde entwickelt.

 

klassische Periode (etwa 0–850)

Kennzeichnung der frühklassischen Zeit (0–300) ist das Auftauchen des für die Maya-Architektur charakteristischen Scheingewölbes aus überstehenden Steinplatten. Die Städte wurden nach astronomischen Gesichtspunkten und religiösen Zwecken um einen Mittelpunkt gebaut. Auf Stufenpyramiden stehende Tempel, andere Kultbauten, Priesterpaläste und Ballspielplätze bestimmten die Zentren.

In Astronomie und Mathematik waren die Maya führend, den übrigen indianischen Kulturen weit voraus. Die auf Steinmonumenten und in Bilderhandschriften überlieferten astronomischen Berechnungen sind von höchster Präzision. Noch heute gilt der Kalender der alten Mayas als der genaueste Kalender der Welt. (Der Maya Kalender endet übrigens im Jahre 2012.)

Die Maya waren äußerst religiös ausgerichtet.

Die oberste Gottheit war der Himmels- oder Sonnengott Itzamna, seine Gattin die Mondgöttin Ix Chel.  Darüber hinaus gab es Schutzgottheiten für die verschiedensten Berufe, für Liebende und auch für Trunkene. Wind, Regen, Ackerbau, Fruchtbarkeit uvm. Waren ebenfalls an eigene Gottheiten gebunden.

Es war eine große Priesterschar notwendig, um all die notwendigen Gutren-Laune Rituale zu vollziehen. Darüber hinaus oblag es den Priestern auch, die astronomischen und mathematischen Forschungen durchzuführen.

In der Blütezeit der klassischen Periode (300–850) hatte die Maya-Kultur ihre größte Ausdehnung erreicht: von Nordyucatán bis an die pazifische Abdachung, von Copán und Quiriguá im Osten bis nach Palenque im Westen. Um 790 wurden in 19 Zeremonialzentren datierte Monumente des Stelenkults errichtet.

 

Verfallperiode (850–900)

Während der Verfallsperiode wurde in schneller Folge ein Zeremonialzentrum nach dem anderen preisgegeben. Nur ganz wenige größeren Städte, wie beispielsweise das belizianische Lamanai, erlebten die Ankunft der Spanier.

Noch heute streiten sich Archäologen über die Ursachen des plötzlichen Verfalls.

Sonst lebte die Maya-Kultur jedoch weiter, vor allem in Yucatán, wo die Maya unter verstärktem mexikanischem Einfluss im Puuc-Stil mit großen Rüsselmasken geschmückte Bauten errichtet hatten.

 

Spätzeit (900–1541)

Die Spätzeit  wurde von den um das Jahr 1000 aus dem Hochtal von Mexiko eindringenden Tolteken bestimmt. Sie brachten nicht nur neue religiöse Vorstellungen mit (Kult der Federschlangen-Gottheit Quetzalcoatl; Menschenopfer), sondern bereicherten auch die Kunst Nordyucatáns durch neue Elemente, vor allem in Chichén Itzá. Es bildeten sich Stadtstaaten. Die Vorherrschaft der Tolteken endete mit der Zerstörung von Chichén Itzá. Um 1200 gelang es der Stadt Mayapán, die Maya Yucatáns unter ihrer Führung zu einigen (Liga von Mayapán). Der Fall von Mayapán (1441) führte zur Zersplitterung in eine Reihe kleiner, einander befehdender Stadtstaaten und zur Vernichtung der Maya-Kultur, wodurch den Spaniern die Eroberung der Halbinsel Yucatán (1527–1546) erleichtert wurde. Die Unterwerfung der Hochland-Maya (Quiché, Kakchiquel), des dritten Gebiets der Maya-Kultur, das aber archäologisch noch wenig erforscht ist, erfolgte 1525.

 

Heute

Vor allem in Guatemala und im südlichen Belize führen die heutigen Maya das bäuerliche Leben ihrer Vorfahren fort.

Mehr und mehr versuchen jedoch mit ihren handwerklichen Fähigkeiten Geld zu verdienen. In vielen der, über das ganze Land verstreuten, Souvenirläden finden sich Holzkunstarbeiten, geflochtene Körbe und andere Artikel aus Mayahand.

Da die Mayas sehr abgeschieden leben und in den jeweiligen Ländern zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehören, haben sie leider wenig Möglichkeiten, Beiträge zur öffentlichen Kultur zu leisten. In den letzten Jahren mehren sich jedoch Anstrengungen Touristen anzusprechen, indem Reisen zu Mayafamilien angeboten werden. Hintergrund ist das Kennenlernen des Alltags der Indianer und das Zusammenleben über einen Zeitraum von 1 – 2 Wochen miteinander.