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Belize
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Garifuna


Die Geschichte der Garifuna begann auf der Insel St. Vincent in der Karibik, in die sich Engländer und Franzosen erstmals 1625 wagten.

Ein Vertrag zwischen Briten und Kariben, der Letzteren den fortwährenden Besitz der Inseln St. Vincent und Dominica zugestand, wurde wenige Jahre später von den Briten gebrochen. Als die Engländer mit der Besiedelung der Inseln begannen, schlossen sich die Kariben näher an das französische Militär, das diese ihrerseits als einen Verbündeten im Kolonialkrieg mit den Briten sah.

Währenddessen, im Jahr 1635, erlitten zwei spanische Schiffe mit nigerianischen Sklaven Schiffbruch vor der Küste von St. Vincent. Etlichen Gefangenen gelang sich zu retten und in den karibischen Siedlungen Zuflucht zu finden.

In den nächsten eineinhalb Jahrhunderten änderte sich das Verhältnis zwischen indigenen Kariben und den von ihrer Heimat abgeschnittenen Afrikanern grundlegend – von widerwilliger Akzeptanz über zwischenzeitliche bewaffnete Konflikte zu einer vollständigen Verschmelzung beider Kulturen zum Volk der Garifuna.

Bis 1773 waren sie, die ein eigenes Idiom, das Garinagú sprechen, die wichtigste ethnische Gruppe auf St. Vincent. Doch landeten immer mehr britische Siedler auf der Insel, bis deutlich wurde, dass die Kolonialbehörden niemals eine eigenständige schwarze Enklave inmitten der von afrikanischen Sklaven bewirtschafteten Plantagen dulden würden.

Wiederholt versuchten die Garifuna mit Überfällen die Briten zu vertreiben. 1795 mit einem letzten großen Angriff; jedoch mussten sie nach der Verwundung ihres Anführers im folgenden Jahr kapitulieren. In ständiger Angst vor einem erneuten Aufstand deportierten die Briten innerhalb eines Jahres etwa 2000 Garifuna auf die Insel Roatan vor der Küste von Honduras.

Während viele von ihnen auf der Reise an Krankheiten starben, konnten die übrigen mit ihren spärlichen Vorräten, die die Briten auf dem Eiland zurückließen, nicht nur überleben, sondern in den folgenden Jahren kleine blühende Fischerdörfer entlang der Küste gründen.

Nach einer misslungenen Machtübernahme der Royalisten gegen die republikanische Regierung in Honduras 1823 waren die Garifuna fortwährender Repression ausgesetzt. Die meisten emigrierten und ließen sich in Livingston an der Bahia de Armatique in Guatemala nieder, 1832 landete eine große Gruppe in Stann Creek in Belize.

Heute siedeln sie in zahlreichen Gemeinden entlang der Südküste und feiern jedes Jahr am 19.November zum Gedenken ihrer Landnahme den Garifuna Settlement Day. Viele sprechen neben Garinagú auch Englisch und Spanisch, und allgegenwärtig sind traditionelle Feste und Zeremonien, etwa das „dugu“, das die Geister der Ahnen beschwört.

Heute sind die Garifuna ein fester und beeinflussender Faktor in Belize. Immer mehr Wissenschaftler, Ärzte, Journalisten, Verleger und Politiker aus dieser Bevölkerungsgruppe drängen erfolgreich in das öffentliche Leben. Und Musiker haben die Jungs und Mädels der Garifuna. Der Sound eines Garifuna Songs fasziniert mittlerweile alle ethnischen Gruppen des Landes. Ein Mix aus Bob Marley und Rhythmen aus eigens geschmiedeten Xylophon artigen Trommeln bringt die heißen Karibiknächte zum Schwingen.

Mittlerweile gibt es in Dangriga, der größten Garifunastadt des Landes, ein Kulturfestival, welches richtig erfolgreich diese Musikrichtung pflegt und promoted. Es lässt sich dabei kaum noch unterscheiden, ob der „wirkliche“ Garifuna ein Garifuna ist oder der „Rasta“ eine Garifunahistorie hat oder vielleicht ein Jamaikaner ist. Was letztendlich in dem Völkerverständnis keine Rolle spielt.

 

„Hey Man“ ist der Slogan, und man ist dabei. Einfach Blues, einfach phantastisch.