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Der Hummingbird Highway


Nahezu der gesamte Verkehr aus dem Norden, Osten und Westen des Landes fliesst ueber den wohl schoensten Highway des Landes, viewlleicht nicht sogar Zentralamerikas, den Hummingbird Highway. Nur ganz ganz wenige, die aus Belize City oder dem Norden kommen, verlassen am Meilenstein 31 den Western Highway, um in den Sueden zu gelangen. Ich kann nicht sagen, ob der Umweg ueber Belmopan in Kauf genommen wird, weil diese kuerzere Verbindung in einem katastrophalen Zustand ist, oder weil die einzigartige Landschaft entlang des Hummingbirds dazu veranlasst.

Die Fahrt fuehrt durch ein wunderbares bergiges Terrain, eingebettet in satte gruene Bergeshaenge mit all den Pflanzen des typischen Regenwaldes. Es werden kleine, bunte, verschlafene Doerfer wie Armenia oder St. Matthew passiert und nicht weit weg vom Highway inmitten des gruenen Regenwaldes befinden sich Perlen wie der Blue Hole Nationalpark oder der Five Blues Lake Park.

Nach ca. 25 Meilen laesst man die Berge hinter sich, steuert geradewegs auf die Garifunastadt Dangriga zu oder biegt 8 Meilen zuvor rechts in den Southern Highway nach Punta Gorda.

Der Southern Highway


Runter vom Hummingbird - rauf auf den Southern. Die gute Qualitaet der Strasse aendert sich nicht, aber spaetestens hier beginnt man zu ahnen, dass man in die Einsamkeit faehrt. Ueberholende oder entgegenkommende Autos kann man an einer Hand abzaehlen, nach dem Abzweig nach Placencia an manchen Tagen soger an einem Finger.

Abzweig Hopkins, Abzweig Sitee River, Abzweig Placencia; dazwischen passieren sie mit dem Cockscomb Wildlife Reservat das einzige Jaguar Reservat weltweit..

Ueber Meilen hinweg werden sie auf der Beifahrerseite von den spektakulaeren Maya Mountain begleitet. Die Ruhe, der wenige Verkehr und oftmals die Hitze fangen nach Stunden auf der wirklich gut ausgebauten Strasse an der Munterkeit zu zehren.

Aber spaetestens ca. 35 Meilen vor Punta Gorda kommt das Erwachen. Mit einem Schlag aendert sich der asphaltierte Belag in eine sogenannte Dirtroad (Dreckstrecke) und spaetestens an diesem Punkt sollte es einem klar werden: Man kommt ans Ende von Belize. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da unten gibt es keinen Grenzuebergang, viel Mayadoerfer ohne Strom und Wassernetz aber dafuer wunderbare Landschaften und viele Abenteuer.

Tropischer Regenwald, das Temash-Sarstoon Delta, spektaktulaere Mayazeremonienstaetten und natuerlich das Meer bilden eine Kulisse fuer einen aussergewoehnlichen Trip. 

Ich kenne sehr viele Belizianer und auch hier lebende Auslaender, die es noch nie soweit in den Sueden geschafft haben. Leider!

 

Hopkins


Das ehemalige verschlafene Fischerdorf mit seinen langen einsamen Sandstränden erweckt in rasender Geschwindigkeit zum Leben. Vor wenigen Jahren noch nahezu unbeachtet, hat es in den letzten Monate zahlreiche Ausländer angelockt. Im Norden des Dorfes entstehen regelrechte Villenviertel, während im Süden ein Gästehaus nach dem Anderen eröffnet wird.

Auch für Deutsche scheint Hopkins attraktiv. Eine Pizzeria, eine Surfschule, und zwei Gästehäuser werden von Landsleuten betrieben und ich möchte nicht behaupten, dass die Liste vollständig ist.

Trotz der schnellen Entwicklung bietet Hopkins seinen Gästen eine ruhige entspannte Atmossphäre und liegt noch weit entfernt von Massentourismus, der den südlichen Nachbarn Placencia mittlerweile zu erfassen scheint.

(Wobei der "Massentourismus" in Belize in keinem Falle mit den Bettenburgen auf Mallorca oder in Cancun zu vergleichen ist, dagegen ist man im hiesigen "Massentourismus" immer einsam.)

Vor Ort finden Sie Anbieter von Tauch- und Schnorcheltrips, auch Fischer kommen auf ihre Kosten. Und fuer diejenigen, die einfach nur baden und relaxen wollen bietet der lange, einsame Sandstrand die entsprechende Kulisse.

Hopkins ist einen Stopp wert!

Placencia


Runter vom Southern Highway, Träume von weltklasse Schnorcheltripps oder Segeltörns im Kopf, kommt erst einmal das böse Erwachen. 22 Meilen Strasse, deren Attribute je nach Jahreszeit zwischen Horror und bestenfalls "äußerst schlecht" schwanken, trennen den Highway vom begehrten Ziel.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, anzureisen. Die bequemste ist sicherlich der Flug von Belize City. Etwas umständlich, aber immer noch besser als die Strasse, ist der Weg über Mango Creek. Man ignoriert den Abzweig Placencia und folgt dem Southern Highway bis Mango Creek. Dort fahren zu erschwinglichen Preisen in regelmäßigen Abständen Boote rüber auf die Halbinsel.

In jedem Falle bietet Placencia denjenigen, die mehr wollen, als Sandstrand und Tauchen / Schnorcheln / Segeln ... einiges. Unzählige gemütliche Kneipen und Bars laden nach dem Urlaubstag mit Unterhaltung verschiedenster Art ein. Im Gegensatz zu Hopkins hat Placencia zwischen dem Sportplatz und der Shelltankstelle am äußersten Zipfel so etwas wie einen Dorfkern, in dem sich das Nachtleben bündelt.

Was keineswegs heisst, das nicht auch in den zahlreichen Resorts und Lodges, von denen sich nördlich von Placencia äußerst zahlreiche "tummeln", an den Abenden verschiedene Kulturprogramme zu erleben sind.

Auf alle Fälle: Placencia ist in jeder Pore Commerce und das ist nicht jedermanns Sache. Der nördliche Nachbar Hopkins ist da doch etwas zurückhaltender. Noch.

Punta Gorda


Willkommen in der südlichsten Stadt von Belize, der Hauptstadt des Toledo Districts - Punta Gorda. Mit seinen ca. 3500 Einwohnern bietet sich fuer das kleine Städtchen wahrscheinlich nur in Belize die Chance, den Titel einer Provinzhauptstadt zu tragen.

Die Einwohner, meist englischsprechende Garifuna, führen ein ruhiges und beschauliches Leben. Mittwochs und Samstags erweckt die schlafende Metropole ein wenig, es sind Markttage. Alles, was die Natur zu bieten hat, wird angeboten.

Ansonsten gibt es wenig zu sehen in PG. Wer nach dem Wenig sehen trotzdem Lust auf einen Drink hat, Jerrys Titanic Bar, direkt am Meer, ist einen Besuch wert.

Wenn PG selbst nicht unbedingt die Attraktion ist, so gibt es rund um die Stadt viele Attraktionen. Ursprüngliche Mayadörfer, Mayaruinen, Höhlen, Wasserfälle, Fliegenfischen, Tauchen, Guatemala- und Hondurastripps und anderes mehr sind zu erleben.

In und rund um Punta Gorda befinden sich mittlerweile einige Hotels und Resorts. Seit kurzem betreibt auch ein deutscher Einwanderer in der Nähe von PG eine Fliegenfischerlodge.