lateinamerika
Schweiz Switzerland
Lateinamerika
Belize
Belize

Belizes Inselwelt


Caye Caulker


Nur 45 Minuten per Schnellboot von Belize City entfernt liegt der ca. 6,5 km lange und bis zu 600 m breite Caye Caulker, ein im Vergleich zu Ambergris weniger erschlossenes Touristenzentrum mit 800 Bewohnern. Die Preise liegen hier etwas niedriger, und die Unterkünfte sind schlichter. Auch Caye Caulker wird von einem Cut oder Split bezeichneten Kanal zweigeteilt, der erst 1961 entstand, als Hurrikan Hattie über das Inselparadies raste. In ihm ereigneten sich schon zahlreiche Unfälle mit Schwimmern, da es unerwartet eine starke Unterwasserströmung gibt und ihn Motorboote gern als Abkürzung benutzen um von einer Seite auf die andere zu gelangen.

Während die Nordinsel ein unberührtes Mangrovendickicht und eine Brutstätte für Vögel ist, konzentriert sich das touristische Leben auf Caye Caulker ausschließlich auf die südliche Insel. Der Name der Insel leitet sich von der spanischen Bezeichnung Hicaco ab, die die britischen Piraten und Siedler in Caulker abwandelten. Wie in San Pedro ist auch hier das Straßennetz übersichlich in Front Street, Center Street und Back Street eingeteilt, mit Bank, Telefonamt, Lebensmittelgeschäft, Souvenirläden und Wäscherei. Im Sea-ing in der Front Street trifft man Jim Beveridge, einen fotografen und Riffexperten, der regelmäßig mit Diashows über die Tier- und Pflanzenwelt informiert. Die Wassersportmöglichkeiten sind mit denen in San Pedro identisch, doch ist die Auswahl unter den verschiedenen Agenturen und Anbietern kleiner.

 

Caye Chappel / St. Church


Das nächste Eiland in südlicher Richtung, das wunderschöne Caye Chapel, ist Privateigentum und daher nicht öffentlich zugänglich. Nur 14 km von Belize City entfernt liegt St George's Caye - im 17. Jahrhundert einst neben Ambergris der Schlupfwinkel von Edward „Blackbird“ Teach. Der berüchtigste aller Piraten begann seine Beutezüge vor den Küsten Virginias und Carolinas. Nachdem Teach ein mit 40 Kanonen bestücktes französisches Schiff gekapert hatte, nahm er seine Überfälle in der Karibik auf, für die er die Cayes als Rückzugsgebiet nutzte.

St George's Caye kennt in Belize jedes Schulkind aus dem Geschichtsbuch, da hier 1798 die Spanier eine vernichtende Niederlage gegen die Baymen erlitten und daraufhin vier Jahre später mit dem Treaty of Amiens endgültig ihren territorialen Anspruch gegenüber Belize aufgaben. Die Insel dient den britischen Soldaten auch nach der Unabhängigkeit Belizes weiterhin als Urlaubsort und ist – mit Ausnahme von zwei Luxuskomplexen – für Touristen gesperrt.

Die Korallenbänke des Goff’s Caye mit von Palmen gesäumten Sandstränden sind ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge von Belize City. Die Tauchgründe sind sind excellent, und in der Umgebung warten reizende Inseln entdeckt zu werden, vor allem Gallows, Sergeant’s und English Cayes. Vom Spanish Lookout Caye unternahmen früher die Bukaniere ihre Überfälle auf die schwer beladenen spanischen Galeonen. Heutzutage – frei von Piraten – ist das Eiland ein begehrtes Ziel für am Naturschutz inetessierte Gäste

Ambergris Caye


Der nördlichste der Cayes Belizes, ein von 13 Lagunen zergliederter etwa 40 km langer Landstreifen, ist von Mexiko durch einen schmalen Kanal getrennt. Die Insel Ambergris wird durch eine Cut genannte, nördlich von San Pedro gelegene 18 m breite Wasserstraße zweigeteilt. Die meisten Einwohner leben in San Pedro, dem Touristenzentrum im Südosten der Insel mit verschiedenfarbig gestrichenen Holzhäusern. Nahezu alle sind Mestizos, so dass Spanisch noch vor Englisch die wichtigste Sprache ist.

Die Orientierung in San Pedro ist denkbar einfach, da es nur drei größere Straßen gibt – Barrier Reef Drive, Pescador Drive und Angel Coral Street, die jedoch den Einheimischen unter ihren alten, aus der Zeit vor dem Tourismusgeschäft stammenden Namen Front, Middle und Back Street geläufiger sind. Schuhe sind praktisch unbekannt, da jeder auf den weichen Sandwegen barfuß geht. Nach San Pedro gelangt man von Belize City mit dem Flugzeug in etwa 15 Minuten, mit dem Schiff in einer Stunde. Die Mehrzahl der Hotels und Pensionen ist vom Zentrum gut zu Fuß zu erreichen, und zu den abgelegeneren Resorts fahren Taxis und Schnellboote.

Ambergris Caye bietet eine breite Palette an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, von Radfahren und Reiten auf der Insel über Paddeln entlang der mangrovengesäumten Lagunen bis zu Surfen, Wasserskifahren, Angeln, Schnorcheln und natürlich Sporttauchen weit draußen im Meer. Tauch- und Schnorchelkurse und geführte Touren offerieren zahlreiche Outdoor-Büros und Hotels in San Pedro, in dem es auch ein kleines Postamt, Banken, eine Apotheke, eine Bibliothek und etliche Geschäfte gibt.

An der zentral gelegenen Island Plaza Mall liegt das Ambergris Museum and Cultural Center, in dem Artefakte zur jüngsten Geschichte der Cayes gezeigt werden (tgl. 14-18 Uhr). Unter den ungelwöhnlicheren Gegenständen findet man eine kleine Sammlung mit Werkzeugen aus Hirschgeweih, die vor den 1960er Jahren, als man die Hirschjagd gesetzlich verbot, gefertigt wurden.

Im Westen der Insel, der dem offenen Meer abgewandten so genannten inner lagoon, lässt sich immer eine Vielzahl von Seevögeln beobachten, darunter Flamingos, Fregattvögel und Pelikane. Markierungen sind auf den abgelegen Pfaden selten, und Moskitoschutz und Sonnnencreme sind unerlässlich.

 

Turneffe Island


Das größte und zugleich am leichtesten zu erreichende der drei Atolle Belizes sind die Turneffe Islands, nur etwa 90 Minuten per Boot von Belize City entfernt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wohnten hier noch kleine Gruppen von Siedlern, die hauptsächlich vom Handel mit natürlichen Schwämmen und Kokosnüssen lebten, jedoch nach den verheerenden Hurrikanen der Vergangenheit blieben nur noch ein paar Fischer mit ihren Familien und Hotel- und Agenturinhaber. Das am häufigsten besuchte Resort ist Blackbird Caye, das sich auch als international bekanntes Forschungszentrum für Meeresbiologie einen Namen machte.

 

Die Hauptattraktion für Taucher ist the Elbow, der südlichste Punkt des Atolls mit imposanten Riffwänden. Mit Glück kann man hier auch Schwärme von langsam vorbeigleitenden Adlerrochen beobachten. Auf Grund starker Strömungen ist dieses Gebiet nur erfahrenen Tauchern zu empfehlen, doch fällt das Riff auf der westlichen Seite der Turneffe Islands weniger steil ab - ideal für Tauchanfänger und Schnorchler. Hier kann man auch das Wrack der »Sayonara« erkunden: Das Schiff sank 1985 mitsamt seiner Ladung.

 

Hol Chan


Wenngleich die spektakulären Atolle weiter draußen vor der festländischen Küste liegen, so findet man auch in der näheren Umgebung San Pedros exzellente Tauchgründe. Inmittelbar südlich von Ambergris richtete man bereits 1987 das 13 km² große Hol Chan Marine Reserve ein, das erste seiner Art in Mittelamerika. Bojen begrenzen das Gebiet, in dem Ankern und Angeln verboten sind.

Hol Chan (kleiner Kanal) ruht auf einem 9 m tiefen Einschnitt im Riff mit mehreren untermeerischen Höhlen, von denen die Boca Ciega sicherlich die eindruckvollste ist. Das Reservat teilt sich in drei Zonen auf: Zone A ist das Riff, in dem Fischen und Angeln strikt untersagt sind, Zone B besteht aus Seegraswiesen und Zone C aus Mangroven, in denen Fischen nur mit spezieller Erlaubnis möglich ist. Papageifische, Zackenbarsche, Lippfische, Röhrenwürmer und vieles mehr kann sowohl der erfahrene Taucher, als auch der Schnorchelanfänger entdecken. Weniger authentisch erschließen sich Flora und Fauna mit Glasbodenbooten, die von San Pedro die Korallenstöcke ansteuern. Tägliche Ausflüge mit Segelbooten oder zweimotorigen speed boats bieten fast alle Agenturen. Wer die exotische Unterwasserwelt auf eigene Faust in Ruhe erkunden will, kann sich auch Paddelboote (kayaks) mieten.

Fahrten nach Hol Chan schließen meist auch die Korallenbänke von Sting Ray Alley mit ein. In der weiteren Umgebung von Ambergris gibt es jede Menge lohnende Tauchgebiete, beispielsweise Mexican Rocks, Coral Garden oder das südlich gelegene Caye Caulker.

Lighthouse Reef


Etwa 80 km östlich der Küste erstreckt sich auf einer Länge von mehr als 40 km das Lighthouse Reef, das von Belize City und San Pedro in sechs Stunden mit dem Boot oder in weniger als einer Stunde mit dem Propellerflugzeug erreicht werden kann. Ausflüge mit Übernachtungen an Bord werden häufig als Paket mit Tauchgängen angeboten. In der Mitte der großen Lighthouse Reef Lagoon liegt eines der schönsten Naturwunder des ganzen Landes, das weltbekannte Blue Hole von 300 m Durchmesser, das man als Natural Monument besonders zu bewahren versucht. Aus der Luft erkennt man deutlich den tiefblauen Kreis und den türkisfarbenen Rand des seichteren Wassers. Das 130 m tiefe Loch entstand vor ca. 12 000 Jahren, als eine gigantische Höhle einstürzte. Seit der wissenschaftlichen Erforschung 1972 durch Jacques Cousteau zählt das Blue Hole zu den begehrtesten Tauchgründen auf der Erde. Obwohl im eigentlichen Zentrum verhältnismäßig wenige Fische leben, sind die prächtigen Korallenbänke und geologischen Formationen einfach sensationell.

Einer der beiden Leuchttürme des Lighthouse Reef ist Sandbore Caye. Die Gewässer sind hier im äußersten Norden tückisch für die Schifffahrt, wie die viele Wracks am Meeresboden bekunden. Eine dieser schicksalhaften Fahrten ereilte das spanische Handelsschiff „Juan Bautista“ 1822, in dessen Rumpf heute noch Gold- und Silberbarren zu finden sein sollen…

Die Half Moon Caye Natural Monument Reservation richtete man 1982 ein um den damals vom Aussterben bedrohten Rotfußtölpel zu schützen. Mit Erfolg, denn heute gibt es außer Leguanen (Iguanas) und Meeresschildkröten unter den fast 100 Vogelarten eine stattliche Kolonie dieser redfooted boobies. Tauchen und Schorcheln ist im Half Moon Caye mit seinen Höhlen auf Grund der überdurchschnittlich guten Sichtverhältnisse besonders zu empfehlen. Nähere Informationen erhält man in Belize City der Belize Audubon Society, die das National Reserve unterhält.

Tobacco Caye


Südlich des Lighthouse Reef liegt isoliert in der offenen Karibik das Glover's Reef, benannt nach dem Piraten John Glover, der von hier aus die Cayes unsicher machte. Für Schnorchler und Tauchanfänger sind das Emerald Forest Reef zu empfehlen, während für Tauchprofis die Southwest Caye und Long Caye mit vorzüglichen Riffwänden aufwarten. Von allen Atollen ist Glover's Reef für mehrtägige Aufenthalte preislich am günstigsten.

Wenige Kilometer vor der Küste Dangrigas ragen zahlreiche Inseln aus dem Meer, auf denen der Tourismus allmählich erst beginnt. Eine der eindrucksvollsten ist Tobacco Caye, der größte Caye der Tobacco Range. Bereits vor über 300 Jahren siedelten hier Fischer und Händler, die vorbeifahrende Matrosen mit Tabak und anderen Gütern versorgten. Die Unterkünfte sind recht schlicht und werden von Fischerfamilien unterhalten - ein willkommener Nebenverdienst. Da die Preise in der Regel niedriger als auf den anderen Cayes sind, ist Tobacco, auf dem Camping erlaubt ist, ein bevorzugtes Ziel von Rucksacktouristen. In der Umgebung gibt es weitere interessante Inseln, etwa Hangman's Caye oder der mangrovenbestandene Man-O'-War-Caye, der eine der größten Brutkolonien von Fregattvögeln in der Karibik aufweist.

Südliche Inseln


Südlich der Tobacco Range erstrecken sich einige der besten Tauchplätze des gesamten Barrier Reef, insbesondere South Water Caye und Carrie Bow Caye. Beide Inseln sind seit 1972 ein internationales Zentrum der karibischen Meeresbiologie. Die britische Coral Caye Conservation Ltd und das Smithsonian Institute Washington D.C. erforschen, häufig auch mit Hilfe von Volontären, die natürlichen Voraussetzungen für die Entstehung dieses einzigartigen Biotops sowie ihre Gefahren wie Überfischung, Tourismus und chemische Abwässer der Zitrus- und Bananenplantagen, die von den Flüssen die See geschwemmt werden. Organisierte Bootstouren zum South Water Caye (veranstaltet das Pelican Beach Resort in Dangriga.

Die inner lagoons der Cayes im Süden Belizes sind gewöhnlich nicht - wie im Norden - mit dichtem Seegras bewachsen; hier wechseln sich Meeressenken steil anfragenden Felsspitzen und ringförmigen Miniatollen (faroes) ab, bei denen sich eine Vielfalt an Lebensformen tummelt. Ein solcher faro ist auch der Laughing Bird Caye, ein populärer, manchmal auch etwas überlaufener Ausflugsort der Bewohner Placencias. Um die Aztekenmövenkolonie (laughing gulls) schützen, die in den 1980er Jahren die Insel verließ und erst 1990 allmählich zurückkehrte, schuf man das Laughing Bird Caye Marine Reserve, in der auch Braune Pelikane, Fregattvögel viele weitere Vogelarten nisten.

Um die Brutplätze der Seevögel nicht zu stören, sollten Umwelt- und Naturbewusste die anderen Cayes in der Umgebung aufsuchen, beispielsweise die Colson, Silk, Bugle und Lark Cayes. Auf Ranguana Caye kann man in einfachen Unterkünften übernachten und auch Paddelboote mieten um die nahe gelegene Wippari und Little Water Cayes gemäcti lich zu umrunden.

Im äußersten Süden, vor Punta Gorda, liegen die Sapodilla Cayes, Ziel vor allein für Fischer, Wissenschaftler und Urlauber aus Guatemala. Nicholas und Lime Cayes zeichnen sich beide durch herrliche Korallenbänke aus, während Wild Cane Caye in unmittelbarer Nähe zur Küste in präkolumbischer Zeit ein kleines Zeremonialzentrum der Maya war, das seit jüngster Zeit ausgegraben wird.